Big Data fordert das globale Handelsrecht heraus: Ein Forschungsteam an der Universität Luzern sucht nach Antworten.
Big Data wird als die neue treibende Kraft des 21. Jahrhunderts betrachtet. Wachstum, Innovation sowie vielen Facetten des täglichen sozialen Lebens sind davon beeinflusst. Dabei ist das Funktionieren vieler neuer digitalen Innovationen, wie die Nutzung von Apps, das Streamen von Musik oder Teilen von Inhalten in der Cloud, abhängig von grenzüberschreitenden Datenflüssen. Dieser Konnex zwischen der digitalen Wirtschaft und Datenflüssen setzt das Freihandelsrecht sowie die globale Handelspolitik unter Druck, Lösungen zu finden. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass die Nutzung von Daten und insbesondere Big Data viele weitere Fragen für Gesetzgeber und Politiker aufwirft. So zum Verhältnis von Kontrolle von persönlichen Daten entsprechend den Vorgaben des Datenschutzrechts und nationaler Sicherheit. Ferner stellen sich komplexe Fragen bezüglich verschiedener Themen wie Territorialität, Souveränität und dem Handlungsspielraum privater Firmen wie Facebook oder Google. Bei allen diesen Fragen gibt es einen starken Zusammenhang mit den medialen Themen, die uns täglich beschäftigen. Sei es ein neuer Datenschutzskandal wie Cambridge Analytica oder die vieldiskutierte Krise der Welthandelsorganisation, die eine der Hauptakteure auf dem internationalen Handelsparkett ist.
Die Konferenz «Big Data and Global Trade Law» hat zum Ziel, die verschiedenen Diskussionen miteinander zu verbinden. Dabei sollen die Berührungspunkte zwischen Big Data – als technischer Fortschritt mit mannigfachen gesellschaftlichen Folgen – und globalem Handelsrecht ausgelotet und genauer untersucht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden zahlreiche internationale Experten eingeladen, die ihr Fachwissen präsentieren und in einen gegenseitigen Diskurs treten werden. Dieser soll über die jeweiligen Disziplinen hinausgehen sowie die verschiedenen Interessenvertreter und politischen Entscheidungsträger miteinbeziehen. Die Konferenz dient damit als Forum für eine unvoreingenommene, interdisziplinäre und zukunftsorientierte Diskussion über die vielfältigen gesellschaftlichen Implikationen von Big Data und darüber, wie das Welthandelsrecht gestaltet werden sollte, um ihnen angemessen zu begegnen.
Konferenz «Big Data and Global Trade Law»
Die Konferenz findet am 16. und 17. November 2018 an der Universität Luzern statt. Sie wird von PD Dr. Mira Burri im Rahmen des Forschungsprojekts ‘The Governance of Big Data in Trade Agreements’ organisiert. Konferenzsprache ist Englisch.
Zum Programm
Zum Projekt
Die Regulierung von Big Data in Handelsabkommen